"Mir wurde klar, dass nur Menschen, die sich begegnen, eine natürliche Gruppe und eine tatsächliche menschliche Gemeinschaft gründen können."

— Jakob Levy Moreno, 1943

 

Lernumfeld

Kinder und Jugendliche von 2 bis 20 Jahren, lernen voneinander, in Gruppen von 6 bis 8 Kindern, alters- und generationenübergreifend - egal ob für Prüfungen, nach Interesse, in der Bewegung oder im Alltag beim Kochen, beim Putzen oder Projekte gestalten.  Faszination im Lernen - das ist auch für uns Erwachsene neu. Wir bilden uns, lernen mit und von den Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe. Alle lernen von Mensch zu Mensch, wir lernen natürlich, wir lernen gemeinsam und sozial. Schulpflichtige Kinder sind im häuslichen Unterricht und legen jährlich Externistenprüfungen an staatlich anerkannten Schulen ab. 

Kinder lernen von 2 bis 4 Jahren 

Natürlich Entwickeln - das lernen wir von den Kindern im Alter von 2 bis 4 Jahren. Alles ist neu, alles wird entdeckt - alles aus sich heraus - voller Faszination. Wir bieten den Kindern den Raum, Raum für Geborgenheit und den Raum sich natürlich entwickeln und entfalten zu können - aus sich heraus. Als nächsten Schritt wird vorgelebt - von uns Erwachsenen, anderen Kindern oder von Experten im Leben - denn die Kinder leben alles ganz genau nach, sie kopieren uns. Der Tagesablauf findet ritualisiert statt, das Essen findet gemeinsam statt und die Kinder sind Teil der Abläufe des täglichen Lebens.

Kinder lernen von 4 bis 6 Jahren

Gleich wie bei den Jüngsten gibt es auch für die Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren den Raum, wo Geborgenheit, Schutz und die Möglichkeit, sich natürlich zu entwickeln gegeben ist. Im Sozialen werden die Kinder in der Ich-Entwicklung begleitet, lernen sich selbst Geborgenheit und Schutz zu geben und ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Andere Kinder erhalten die Möglichkeit, sich in Bewegung und Schaffenskraft auszudrücken. Gelernt wird auch hier durch das Vorleben der Erwachsenen und älteren Kinder oder der Menschen des Alltags - wie in der Küche, im Büro oder im Leben außerhalb der Schule. Nun verlassen die Kinder schon das Nest und gehen zu den Lerngruppen, produzieren gemeinsam mit den Kindern der 1. Volksschule Schaubilder. Diese Schaubilder sind speziell - sie sind emotionalisiert - die Emotion ausgedrückt in Schriftzeichen, Zeichnungen und Geschichten. Staunen findet statt, das Kind kann endlich alles Wissen was es in sich trägt ausdrücken und lernt zusätzlich staunend von der ganzen Gruppe. Weiter geht´s - das Gelernte wird den Maturanten weitergegeben, ganz stolz. 

Kinder lernen in der 1. und 2. Schulstufe

Wann startet die 1. Schulstufe? Ja wenn das Kind bereit ist! Hier gibt es einen fließenden Übergang von der Kindergruppe zum Lernen in der 1. Schulstufe. Aufgrund des gemeinsamen Lernens mit der Kindergruppe, ist auch der Übergang ganz natürlich, kann auch schon unter dem Jahr geschehen. Nur die Prüfungen sind dann erst im nächsten Jahr möglich. Wir lernen von den Kindern in diesem Alter Lesen und Schreiben - von Mensch zu Mensch - voller Faszination und das Verstehen schaltet automatisch ein. Für das Lernen für die Prüfung erhalten die Kinder Wissensschaubilder, von Maturanten und Kindern ab der 7. Schulstufe eigens für dieses Alter gezeichnet und weitergegeben werden. Fasziniert hängen die Kinder an deren Lippen, gehen dann das Wissen noch in der Gruppe weiter durch. Die Aufgabe des Lernbegleiters? Ja Staunen und im Jetzt - direkt mit dem Leben verbunden sein - das lernen wir von den Kindern und leben es gleichzeitig vor. Im Sozialen Lernen findet jetzt erstmalig das Lernen in der Gruppe statt - von eins zu zwei zu drei zu ... - das ist noch gar nicht so leicht in diesem Alter und will begleitet werden. Das Lernumfeld bietet weiterhin einen geborgenen und geschützten Raum und die Möglichkeit, sich natürlich zu entwickeln und zu bewegen. 

Kinder lernen in der 3. und 4. Schulstufe

Gleich wie in der 1. und 2. Schulstufe erhalten die Kinder Schaubilder von den Maturanten und ab der 7. Schulstufe. Wieder hören sie gebannt zu, nur werden die Großen nun mit Fragen bombardiert und ausgequetscht wie Zitronen. Die Älteren Kinder beginnen zu lernen, sie sind jetzt gefordert sich Fragen zu stellen, die sie vorher nicht hatten. Ein Wechselspiel entsteht. Das Schaubild wird weitergegeben und die Kinder lernen damit weiter. Dann wird Sprache erforscht - die Kinder entwickeln eine eigene Lautschrift, sie beginnen ihre eigene und fremde Kulturen zu erforschen und verstehen. Im Sozialen Lernen beginnen sie mit Rollenspielen, imitieren ihr Umfeld, probieren sich aus. Auch das Prüfungslernen wird relevant, sie möchten sich selbst überprüfen, den eigenen Wissenstand festlegen - sich messen und vergleichen. In der Bewegung wird von Experten imitiert, bis ins kleinste Detail. Vom Lernbegleiter fordern sie - Vorleben und Genauigkeit. Sie beginnen sich raus in die Welt zu bewegen, den Älteren und ihren Interessen folgend, im Alltag. 

Kinder lernen in der 5. und 6. Schulstufe

Das Wissen wird nun selbst erarbeitet - die Kinder erhalten keine Antworten mehr vom Lernbegleiter, sie sind gefordert, selbst zu denken, selbst Fragen zu stellen und zu beantworten. Schnell kreieren die Kinder Wissen, aus sich heraus und in der Gruppe, aufeinander aufbauend, inspiriert von den Anderen. Dann - wenn alles gesagt wurde - gehts auf ins Recherchieren. Nun werden Experten, Bücher und Internet zur Hilfe geholt. Zu Wissensgebieten werden Struktur- und Schaubilder kreiert, in klaren Abfolgen und Reihenfolgen. Das Prüfungslernen findet mit Fragen verstehen statt und einer klaren Übersicht für jedes Kind, wo es steht, was es kann und was es noch zu lernen gilt. Brauch ich dann noch Angst vor der Prüfung zu haben? Nein - ich weiß ja eh wo ich steh. Der Lernbegleiter, ja genau wie bei der 3. und 4. Schulstufe - Genauigkeit und Vorleben ist gefragt. 

Jugendliche lernen in der 7. und 8. Schulstufe

Die Jugendlichen möchten nun selbst gestalten, selbst Teil von den Prozessen sein - selbst beim Prüfungslernen den Ablauf mitgestalten und die Übersicht erstellen was zu Lernen ist. Im Sozialen erleben sie sich nun als Teil der Gesellschaft, in der sie sind. Sie möchten auch diese gestalten, die Zusammenhänge verstehen, Verantwortungen über Teile des Lebens selbst übernehmen. Auch die Pubertät ist vorrangig, die Intensität der Wahrnehmung verändert sich. Gleichzeitig ist nun auch das beste Alter, um Experte zu werden. Sportarten, Rezepte und Fachwissen - wie Mathematik, Englisch - werden in Intensivtagen gelernt und verstanden, danach geübt. Das gesamte Wissen eines Experten lernen die Kinder nun von Mensch zu Mensch. Sie übernehmen das Wissen 1:1 und es kann sofort angewendet werden. Anschließend kann jedes Kind das Eigene dazutun, dadurch kommt die Einzigartigkeit jedes Kindes zum Vorschein. Jetzt kann das Kind selber als Experte handeln und das ganze Wissen weitergeben. 

Jugendliche lernen ab der 9. Schulstufe - Matura

Gleich wie bei der 7. und 8. Schulstufe, nur muss das Lernen nun auch Sinn machen - denn in diesem Alter ist das Leben gestalten an vorderster Stelle. Auch den eigenen Weg zu finden - die Einzigartigkeit, die Talente und Fähigkeiten jedes Einzelnen werden sichtbar. Und gleichzeitig auch den Platz in der Gesellschaft finden, was will ich wirklich, wirklich, wirklich? Hier fängt die individuelle Begleitung an. Die Kinder in der Gruppe nehmen sich gegenseitig wahr, schätzen die Aspekte, die jeder einbringt. Das Prüfungslernen wird von den Jugendlichen mitgestaltet - sie nehmen ihr Leben in die eigene Hand. Die Prüfungstermine können nach einem individuellen Zeitplan gestaltet werden. Sie erarbeiten die Prüfungsfragen und wissen, zu wie viel Prozent sie den Stoff schon verstanden haben. Bei Projekten wird nicht nur mehr mitorganisiert, nein, sie organisieren Feste und Veranstaltungen. Auch wenn noch vieles nicht bedacht wird, sie probieren sich aus, im geschützten Umfeld der LAIS.WEIS Lerngruppen. 

Erwachsene lernen

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen lernen bei uns. Das Lernen findet hier von jung bis alt - egal ob Lernbegleiter, Koch, Manager oder Kind - statt. Das Lernen in Faszination von Mensch zu Mensch, das gemeinsame Lernen in Gruppen sowie das natürliche Entwickeln löst auch bei den Erwachsenen die gleichen Prozesse wie bei den Kindern und Jugendlichen aus und das Lernen beginnt. Wer also bei den LAIS.WEIS Lerngruppen als Erwachsener mitwirken mag - egal in welcher Rolle - braucht die Bereitschaft zum Lernen.  Mit dieser Bereitschaft - und nur dann - ist der volle Zugriff auf das Wissen und die jahrelange Erfahrung möglich. Erwachsene haben die Möglichkeit das Lernen in Faszination in Form eines Praktikums, einer Ausbildung oder in Seminaren zu erfahren. Das erfahrene Wissen kann in allen Bildungsbereichen, sozialen Organisationen, Unternehmen und Berufen sowie im Alltag angewandt und weitergegeben werden. Erwachsene können als Experten mitwirken oder die gesamte Ausbildung durchlaufen: Hilfs-Ich, Lernbegleiter, Nativ Lehrer, Koordinator, Mentor.