Wie es begann ...

Von Alexandra Liehmann

Im Jahr 2012 machten wir uns auf die Suche nach gelebten Alternativen. Wir wollten nun unsere Erfahrungen im Lernen auch unseren Kindern nicht mehr vorenthalten. Inspiriert von Schulen wie der Lernwelt von Markus Distelberger in Herzogenburg, die Lernwerkstatt im Wasserschloss Pottenbrunn, die CreaVita in Hallegg, dem Bildungsgarten des Lebens in Graz, der Green School in Thailand, die kinderautonome Schule in Russland von Michael Petrowitsch Schetinin, die Anne-Frank-Schule in Bargteheide, der Jakob-Moreno Schule in Gummersbach und von Menschen wie André Stern, Gerald Hüther, Jesper Juul - entschieden wir uns, auch eine alternative Lernumfeld für unsere Kinder zu gründen.

Diese Entscheidung fiel im Dezember 2013. Uns war klar, dass wir mit einer Privatschule und den öffentlichen Reglementens niemals unsere Forschungsergebnisse umsetzen konnten und Forschung auch nicht weiter betrieben werden konnte. So entschieden wir uns für Lerngruppen im Häuslichen Unterricht und die damit verbundene Externistenprüfungen am Ende des Schuljahres an staatlichen Schulen.

Im Herbst 2014 starteten wir mit 25 Kindern im Alter von 6 bis 18 Jahren und einer Kindergruppe von 8 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren im Schloss Ehrenhausen. Unser Team bestand damals nur aus vier Lernbegleitern. Wir starteten mit Sozialem und Natürlichem Lernen, was wie ein Wunder funktionierte. Schon nach drei Tagen waren die Kinder angstfrei, interessiert und stellten sich und ihrem Umfeld wieder Fragen. Nach drei Monaten spielten 7 Jährige Mozart und Beethoven am Klavier und die Kinder wurden sehr selbstbewusst, organisierten selbst Feste und hielten Vorträge. Als wir dann Prüfungsschulen gefunden hatten, waren nur mehr drei Monate bis zu den Prüfungen. Wir lernten auch für die Prüfungen natürlich, was dazu führte, dass beim ersten Antritt nur 92 % der Prüfungen geschafft wurden. Vier Kinder absolvierten anschließend in den Sommerferien eine kommissionelle Prüfung, damit sie weiter im häuslichen Unterricht bleiben durften.

Im darauffolgenden Jahr legten wir den Fokus darauf, dass die Kinder und Jugendlichen auch den Bildungsstandards erfüllten. Im Lernen kamen weitere Techniken hinzu, darunter auch das Lernen in Faszination - von Mensch zu Mensch. Die Kinder lernten binnen drei Wochen Lesen und Schreiben und auch das Prüfungslernen funktionierte viel schneller und genauer. Am Ende des Jahres konnten nun alle Kinder die Prüfungen erfolgreich bestehen.
Im Jahr 2016 war die Aufbau- und Pionierphase abgeschlossen. Mit Hilfe von Koordinatoren konnte im großen Team nun alles umgesetzt werden, was wir bisher erforscht haben. Die Kinder erforschen nun Sprache, lernen Englisch in drei Tagen, verstehen Mathematik grundlegend und können sie auf alles anwenden. Manche Kinder möchten nun ihr Umfeld mitgestalten oder selbst die Schule koordinieren.